Thea von Harbou
Details

Thea von Harbou wurde 1888 in der bayerischen Kleinstadt Tauperlitz geboren und ging als eine der originellsten Stimmen des deutschen Kinos und der deutschen Literatur in die Geschichte ein. Harbou, der sich zunächst als Roman- und Theaterautor einen Namen machte, entwickelte sich nach und nach zum produktivsten und einflussreichsten Drehbuchautor der deutschen Stummfilmzeit. Der Wendepunkt seiner Karriere war die berufliche und persönliche Partnerschaft mit dem Regisseur Fritz Lang. Diese Zusammenarbeit ebnete den Weg für Werke, die in die Geschichte des Weltkinos eingehen werden. Die von Harbou verfassten Drehbücher passten perfekt zu Langs Bildsprache; Jeder Film, den sie gemeinsam produzierten, hatte eine Tiefe, die über seine Ära hinausging. Dr. Mabuse, The Gambler, entstand 1922 und war eines der ersten großen Ergebnisse dieser Partnerschaft. Der Film, der im Rahmen eines Krimis das Chaos und den moralischen Zusammenbruch des Deutschlands der Weimarer Zeit thematisiert, offenbarte Harbous großes Interesse an sozialen Themen. Die gleiche Sensibilität zeigte sich auch in dem 1924 gedrehten Duo Die Nibelungen: Siegfried und Die Nibelungen: Kriemhilds Rache. Diese beiden Filme, die deutsche Mythologie und epische Erzählung auf die große Leinwand brachten, waren der Beweis dafür, dass Harbou mit historischen Stoffen dramaturgisch souverän umgehen konnte. Die Produktion, die Harbous Namen jedoch der ganzen Welt bekannt machte, war Metropolis, die 1927 in die Kinos kam. Dieser Science-Fiction-Klassiker, den Harbou zunächst als Roman schrieb und dann in ein Drehbuch umwandelte; Es zeigte die tiefe Kluft zwischen der Arbeiterklasse und den Herrschern in einer dystopischen Zukunftsstadt. „Metropolis“, gedreht in den Babelsberg Studios und als teuerster Stummfilm seiner Zeit bezeichnet, sprengte sowohl visuell als auch thematisch die Grenzen der Kinokunst. Der Film gilt bis heute als eine der grundlegenden Referenzen des Science-Fiction-Genres. M – Eine Stadt sucht nach ihrem Mörder, den er 1931 mit Fritz Lang produzierte, legte die Messlatte weiter höher, als der Ton gerade erst Einzug ins Kino hielt. Der vom wahren Fall eines Kindermörders inspirierte Thriller ist zu einem der Meisterwerke des Kriminalkinos geworden. Dr. im Jahr 1933 Mabuse's Will war die letzte Zusammenarbeit zwischen diesen beiden. Obwohl sich ihre Wege trennten, als Lang Deutschland verließ, entschied sich Harbou, in seinem Land zu bleiben und schrieb weiter. Die 1954 verstorbene Thea von Harbou hinterließ die Spuren von Drehbüchern und einer unerschöpflichen Fantasie, die das goldene Zeitalter des deutschen Kinos prägten.
Medien

Geschriebene/Inszenierte Filme