Taxi Driver
Details

Das New York der 1970er Jahre ist nicht nur eine Stadt; Es ist der Ausdruck einer verdorbenen Seele. Die Scheinwerfer eines Taxis, das um Mitternacht über den nassen Asphalt gleitet, sind wie das einzige Licht in dieser dunklen Welt. Martin Scorsese porträtiert das Manhattan dieser Zeit nicht als Müllkippe, sondern als Spiegelbild der Hölle in einem selbst. Das Ergebnis ist eine der verstörendsten und zugleich faszinierendsten Charakterstudien der Kinogeschichte. Nach seiner Rückkehr aus Vietnam reist Travis Bickle mit Schlaflosigkeit durch eine Stadt. Dieser Mann, der tagsüber keine Ruhe finden kann und dessen Augen nachts von der Realität und nicht von Geistern heimgesucht werden; Er sieht alles, von Pornofilmen bis zu Senatorenkampagnen, von gespenstischen Gesichtern an Straßenecken bis zu neonbeleuchteten Ladenfronten. Aber Sehen ist nicht Verstehen. Je mehr Travis versucht, Kontakt mit der Welt um ihn herum aufzunehmen, desto tiefer wird seine Einsamkeit. Die Gedanken, die er in sein Tagebuch schreibt, werden nach und nach zu einem Manifest des inneren Zusammenbruchs. Robert De Niro geht in dieser Rolle weit über eine gewöhnliche Leistung hinaus. Es stellt Travis weder als Opfer noch als Helden dar; lässt es wie es ist. Der Betrachter dringt in die Gedanken dieses Mannes ein und kann die Ausgangstür nicht finden. Jodie Foster hingegen übernimmt die Bühne mit dem Gewicht, das sie trotz ihres jungen Alters trägt; Er stellt meisterhaft eine Figur dar, die viel komplexer ist, als es scheint. Auch Scorseses Kamera fungiert als Zeuge. Langsame Zooms und verschwommene Nachtaufnahmen gepaart mit der von Bernard Herrmann hinterlassenen Musik machen die Atmosphäre des Films geradezu greifbar. Das ist eine Kinosprache, die einen den Geruch von Asphalt spüren lässt. „Taxi Driver“ enthält eines der schärfsten Worte, die nicht nur über die amerikanische Gesellschaft der 70er Jahre, sondern auch über die universelle Spirale der Trennung des Menschen von der Gesellschaft gesprochen wurden. Ob es sich um eine Warnung, eine Kritik oder eine gefährliche Aufforderung zur Empathie handelt, darüber lässt sich noch streiten. Diese Mehrdeutigkeit macht es auch Jahrzehnte später auf der Leinwand frisch und verstörend.
US

Bill/Phi...
Columbia...

Trailer
Medien

Besetzung










Autoren & Regisseure
Bewertungen
Kalla Malla
31 Ağustos 2012
/10
Travis Bickle (**Robert De Niro**) ist ein Vietnamveteran, der in New York lebt und sich dort jeden Tag dem schlimmsten Schmutz und Abschaum der Gesellschaft gegenüber sieht. Schwarze, Fixer, Prostituierte - alles Gesindel, das von den Straßen gespült werden sollte. Travis schafft es in den langen Nächten immer seltener, zur Ruhe zu kommen, weshalb er einen Job als Taxifahrer annimmt, den er von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ausübt. Was Travis von seinen Kollegen unterscheidet, ist, dass er ke...
ine Probleme damit hat, auch in die Problemviertel und die Slums der Stadt zu fahren, so hat er auch viel mit gefährlichen Typen zu tun. Sein Hass auf diesen Abschaum schürt sich so immer mehr. Eines Tages lernt Travis die Wahlkampfmanagerin Betsy (**Cybill Shepherd**) kennen, die sich aktiv für den Präsidentschaftskandidaten Charles Palentine (**Leonard Harris**) einsetzt. Travis ist fasziniert von dieser Frau, schafft es sogar, sie zum Essen einzuladen und Vertrauen aufzubauen. Als er Betsy aber eines Tages in ein Pornokino einlädt, hält sie ihn für einen Perversling und möchte fortan nichts mehr von ihm wissen. Für Travis bricht eine Welt zusammen und er fällt wieder in die Einsamkeit zurück. Er besorgt sich einige Schusswaffen und beschließt, Charles Palentine bei einer öffentlichen Rede zu ermorden. So weit soll es aber nicht kommen, denn zuvor lernt Travis die zwölfjährige Prostituierte Iris (**Jodie Foster**) kennen und beschließt, sie aus diesem Mileau herauszuholen - wenn es sein muss mit Gewalt... **Martin Scorsese**, der heute definitiv zu den besten Regisseuren überhaupt zählt, konnte in den 70ern zum ersten Mal von sich reden machen und verhalf so auch **Robert De Niro** und **Harvey Keitel** mit seinen frühen Filmen zu einem enormen Bekanntheitsschub. Scorsese arbeitete im weiteren Verlauf seiner Karriere noch sehr oft mit den beiden zusammen, besonders beeindruckt scheint er aber von De Niros Schauspielkunst gewesen zu sein, weshalb er ihn mit Rollen geradezu überhäufte, die bekanntesten Filme des Gespanns dürften wohl "Casino", "Kap der Angst", "Goodfellas", "King of Comedy" oder "Wie ein wilder Stier" sein. Auch "Taxi Driver" entspringt einer kreativen Schaffensphase Scorseses und darf sicherlich als Meisterwerk bezeichnet werden. Was uns hier präsentiert wird ist die Geschichte eines Mannes, die von Einsamkeit und Wut geprägt ist und die fast schon als Spiegel der Gesellschaft betrachtet werden darf. "Taxi Driver" ist durch diese Ansätze zeitlos - Travis Bickle bezeichnet sich selbst als Gottes einsamsten Mann und glaubt, der einzige zu sein, der dies fühlt. Egal was er tut, er schafft es nicht, innere Ruhe oder Zufriedenheit zu finden, bis er auf Betsy trifft. Sie gibt ihm etwas, von dem er nicht einmal wusste das es existiert, eine art Antrieb, den Willen, das Geschehen um sich herum aktiv in die Hände zu nehmen. Als diese Beziehung jedoch auch scheitert, verliert Travis jegliche Orientierung, fällt wieder in seine alte Lethargie zurück und begibt sich schon kurz darauf auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Einen "Nigger", der einen Laden ausraubt, erschießt er ohne jegliche Gewissensbisse, ebenso wie anderen Abschaum, der das Leben seiner Meinung nach nicht verdient. Dadurch hat sich Scorsese damals sozusagen selbst der Kritik ausgesetzt, denn hier wird ein Rachefeldzug gezeigt, ohne jegliche moralischen Einwände, was aber nur dadurch gut funktioniert, da auch Robert De Niro keine Identifikationsfigur darstellt. Travis hebt sich über das Gesetz hinweg, übt Selbstjustiz aus und wird letzten Endes dafür belohnt. Kritisieren sollte man "Taxi Driver" dafür aber eindeutig nicht, da De Niros Charakter in jeder Hinsicht zerrüttet, kaputt und am Ende ist. Ich war mir eigentlich nie so recht sicher, ob ich nun auf seiner Seite sein soll oder nicht. Man weiß, dass manche seiner Taten nicht in Ordnung sind, kann sein Handeln aber in gewisser Weise auch nachvollziehen. Dies macht "Taxi Driver" aus dramaturgischer Sicht sehr interessant, da die Figur des Antihelden in der Lage ist, das Publikum für sich zu gewinnen und gleichzeitig eine Präsenz auszustrahlen, wie man sie sonst nur von den Bad Guys kennt. Für eine lange Zeit war der Streifen in Deutschland ab 18 freigegeben und hatte somit das Pech, von vielen nur auf seine Gewalt reduziert zu werden. Dies ist ein Fehler, da es bei "Taxi Driver" in keinster Weise darauf ankommt, wie viel Blut verspritzt wird. Ja, es geht gegen Ende hart zur Sache, doch dies verblasst gegenüber Travis fast schon misanthropischen Monologen und den Sätzen, die er in sein Tagebuch niederschreibt. Gerade in diesen Szenen strotzt "Taxi Driver" von einer unglaublich intensiven Atmosphäre und lässt die graphische Gewalt als etwas absolut nebensächliches erscheinen. Fazit: "Taxi Driver" ist das Portrait eines Mannes, dessen Leben von Einsamkeit und Hass geprägt ist und dessen ganzer Frust sich am Ende in einem schockierenden Finale entlädt. Der Großteil der Story wird dabei in eher ruhigen Bildern erzählt, die Travis´ Einsamkeit gekonnt unterstreichen und so sehr zur beklemmenden Atmosphäre beitragen. Für den Effekteverliebten Mainstreamgucker ist Scorseses Streifen eher weniger geeignet, da man mitdenken muss, um sich in die Lage des Taxi Driver hineinversetzen zu können. Ist einem das erst einmal gelungen, erwartet einen hier ein bedrückendes Drama, das seinesgleichen sucht und das viel Platz für eigene Interpretationsansätze lässt.
Ähnliche Filme
Häufig Gestellte Fragen
Taxi Driver wurde im Jahr 1976 veröffentlicht.
Taxi Driver hat eine Laufzeit von 1 Std 53 Min (113 Minuten).
Taxi Driver gehört zu den folgenden Genres: Krimi, Drama.
Taxi Driver hat eine Bewertung von 8.1/10 bei 13.503 Stimmen auf TMDB.
In Deutschland ist Taxi Driver verfügbar auf: Apple TV Store, Amazon Video, Google Play Movies, YouTube, Sky Store.