Perfect Blue
Details

Selten findet man Werke, die so deutlich zum Ausdruck bringen, wie fragil Identität, Ruhm und Realität sind. Dieser Film, der das Regiedebüt von Satoshi Kon markiert, lädt das Publikum nicht nur dazu ein, eine Geschichte zu erzählen, sondern auch Zeuge des allmählichen Zerfalls eines Geistes zu werden. Die Erzählung, die mit dem Übergang eines jungen Popstars zur Schauspielerei beginnt, mag auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Geschichte über einen Karrierewechsel erscheinen. Satoshi Kon verwendet dieses gewöhnliche Framework jedoch nur als Ausgangspunkt. Das eigentliche Problem liegt viel tiefer und viel dunkler: Was passiert, wenn eine Person sich weigert, das von ihr erwartete Bild zu tragen? Welche Stimme wird realer, wenn die Kluft zwischen dem von der Masse geschaffenen „idealen Selbst“ und dem wahren Selbst größer wird? Anstatt diese Fragen zu beantworten, wirft Kon das Publikum mitten in die Fragen. Szenen, in denen die Grenzen von Realität und Fiktion bewusst verschwimmen, beginnen das Vertrauen des Publikums in die eigene Wahrnehmung zu erschüttern. Was wir zu sehen glauben und was wir tatsächlich sehen, wird in den späteren Minuten des Films voneinander getrennt. Diese Trennung ist kein oberflächlicher Handlungstrick; Im Gegenteil, es ist die grundlegende Entscheidung, die das thematische Rückgrat des Films bildet. Es wäre ein großer Fehler zu glauben, dass es sich bei dieser mit über achtzig Punkten bewerteten Arbeit nur um eine Animation handelt. Die visuelle Sprache, die die Grenzen der Erwachsenenanimation verschiebt, ist auf einem Niveau, das mit Beispielen konkurrieren kann, die im Kino auf raffinierteste Weise Spannungselemente verwenden. Wenn sich universelle Themen wie Stalking, Besessenheit und das zerstörerische Gesicht des Ruhms mit der damaligen Popkultur-Atmosphäre Japans verbinden, entsteht ein Dokument sowohl lokaler als auch universeller Ängste. Dieser Film, der in den folgenden Jahren von vielen Regisseuren als Inspirationsquelle genannt wurde, ist ein Werk, das nach dem Ansehen im Gedächtnis bleibt. Die Szenen enden, die Musik verstummt; Doch die Fragen, die er hinterlässt, werden ihn noch eine Weile begleiten. Wer bist du, wer möchtest du sein und als wen wollen andere dich sehen? Manchmal stimmen die Antworten auf diese drei Fragen überhaupt nicht überein. Und manchmal wird diese Nichtüberschneidung zur dunkelsten Spannung.
JP

Madhouse

Rex Ente...
Kotobuki...
Asahi Br...

Fangs
ONIRO
Trailer
Medien

Besetzung










Autoren & Regisseure
Bewertungen
Berny23
18 Eylül 2023
10/10
Die absolut verstörende Story, die wunderschönen Animationen und der spannende Soundtrack machen diesen Psychothriller zu einem Meisterwerk des Anime-Kinos. Psycho ist hierbei auch wörtlich zu nehmen, denn es kommt wirklich alles anders als man am Anfang des Films noch vermuten würde – mehr kann ich hier nicht verraten. Das hier ist jedenfalls beileibe kein einfaches Popstar-Drama oder ein kitschiger Idol-Anime. Nicht nur die eingängigen Songs des Trios sind fantastisch, sondern auch der ...
hypnotisierende und düstere Rest der Filmmusik hat einen unwiderstehlichen Reiz während des Films. Es geht auch ordentlich brutal zur Sache — es werden spitze Gegenstände in Augen gestoßen und blutige Morde begangen —, was für mich als Gorehound ein Augenschmaus war. Anschaupflicht für Fans langsam aus den Fugen geratender psychischer Verfassungen! Gesehene Fassung: Blu-ray mit deutscher Synchro Gesehen als Teil der Liste „101 Films You Must See Before You Die“.
Ähnliche Filme
Häufig Gestellte Fragen
Perfect Blue wurde im Jahr 1998 veröffentlicht.
Perfect Blue hat eine Laufzeit von 1 Std 22 Min (82 Minuten).
Perfect Blue gehört zu den folgenden Genres: Animation, Thriller.
Perfect Blue hat eine Bewertung von 8.3/10 bei 3.228 Stimmen auf TMDB.
In Deutschland ist Perfect Blue verfügbar auf: Amazon Video, maxdome Store, Freenet meinVOD.