Die Reise nach Tokio
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Es gibt Filme, die die Zeit nicht anhalten. Im Gegenteil: Sie lassen einen den gnadenlosen Lauf der Zeit beobachten. Dieses Meisterwerk von Yasujiro Ozu aus dem Jahr 1953 ist genau so. Der Film spielt in einem Japan, das sich immer noch von den Wunden des Zweiten Weltkriegs erholt und sich durch die Modernisierung rasch verändert hat. Oberflächlich betrachtet scheint es, als würde es sich um einen gewöhnlichen Familienbesuch handeln. Tief im Inneren birgt es jedoch etwas viel Universelleres, viel Schwereres: den stillen Schmerz, sich langsam von unseren Lieben zu entfernen. Ozus Kamera ist unscheinbar. Tief am Boden, stabil, geduldig. Dieser als Tatami-Winkel bekannte Aufnahmestil vermittelt dem Betrachter das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen; Sie werden fast zu einem Familienmitglied, nicht zu einem Beobachter. Doch diese Nähe schützt dich nicht, im Gegenteil, sie macht dich wehrlos. Jedes Schweigen auf dem Bildschirm, jede unerwiderte Freundlichkeit, jede höflich abgelehnte Einladung trifft direkt ins Herz. Der Film greift weder auf großes Drama noch auf allzu emotionale Szenen zurück, um zu erklären, wie das moderne Leben Menschen isoliert. Das ist Ozus Genie: Er macht die Einsamkeit sichtbar, die in gewöhnlichen Momenten, Mittagessen, kurzen Telefongesprächen und höflichen, aber leeren Versprechungen verborgen ist. Die Distanz zwischen der Menschenmenge und Hektik Tokios und der friedlichen, aber mittlerweile unvereinbaren Welt eines alten Paares verwandelt sich in den Händen des Regisseurs in tiefe Trauer und nicht in eine Anschuldigung. Keiner der Charaktere ist schlecht. Niemand fügt absichtlich Schmerzen zu. Und das ist vielleicht die beunruhigendste Wahrheit des Films. Das Leben kann Menschen auseinanderreißen, ohne dass dafür böser Wille nötig ist. Während wir versuchen, mit dem Rhythmus der Stadt Schritt zu halten, haben wir möglicherweise unwissentlich die Zeit verschoben, die wir mit unseren Eltern verbringen könnten. Seine Schwarz-Weiß-Bilder strahlen noch heute eine atemberaubende Eleganz aus. Jeder der Schauspieler, insbesondere Chieko Higashiyama als Schwiegermutter und Setsuko Hara als verwitwete Braut, verleiht dieser stillen Geschichte eine unbeschreibliche Tiefe. Der Ausdruck auf Haras Gesicht sagt alles, was sie nicht sagt. „Tokyo Story“ gehört zu den Filmen, bei denen man nach dem Ansehen für eine Weile nicht mehr reden kann. Es ermüdet dich nicht, aber es schafft einen Platz in dir. Man merkt, dass dieser Ort noch lange nicht schließt.
JP

Shochiku

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Häufig Gestellte Fragen
Die Reise nach Tokio wurde im Jahr 1953 veröffentlicht.
Die Reise nach Tokio hat eine Laufzeit von 2 Std 16 Min (136 Minuten).
Die Reise nach Tokio gehört zu den folgenden Genres: Drama.
Die Reise nach Tokio hat eine Bewertung von 8.2/10 bei 1.228 Stimmen auf TMDB.
In Deutschland ist Die Reise nach Tokio verfügbar auf: filmingo.