Der Elefantenmensch
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In den dunklen Straßen des viktorianischen Londons kann man im flackernden Licht der Gaslampen sowohl den hässlichsten als auch den schönsten Gesichtern der Menschheit begegnen. Dieser Film von David Lynch aus dem Jahr 1980 ist keine konventionelle Biografie oder ein historisches Drama; Es ist etwas viel Tieferes, viel Beunruhigenderes und letztendlich viel Erhabeneres. Die Geschichte von John Merrick hat, obwohl sie sich tatsächlich in der Geschichte zugetragen hat, eine geradezu legendäre Dimension angenommen. Dieser Mann, der aufgrund einer schweren angeborenen körperlichen Störung in den Augen der Gesellschaft nicht mehr als Mensch galt, wurde jahrelang als Zirkustrick zur Schau gestellt und zum Geldverdienobjekt degradiert. Anstatt diese Wahrheit aus steriler Distanz zu vermitteln, zieht Lynch das Publikum direkt in diese Dunkelheit. Die schwarz-weiße Bildsprache des Films ist kein Zufall; Es fängt den Zeitgeist ein und rahmt gekonnt die moralischen Unklarheiten, Schatten und Lichter ein. Dr. Treves, gespielt von Anthony Hopkins, scheint auf den ersten Blick ein Retter zu sein. Aber Lynch lässt diese Bequemlichkeit nicht zu. Der schmale Grat zwischen gutem Willen und Ausbeutung, die Spannung zwischen Neugier und Mitgefühl bilden das Rückgrat des Films und er wird nie zu einem einfachen Konflikt zwischen Gut und Böse. John Hurts stundenlang geschminkter Auftritt ist zu einem der unvergesslichsten Auftritte in der Geschichte des Kinos geworden. Im Augenzwinkern, in der Stimme, im Händeschütteln liegt die ganze Hoffnung und Zerbrechlichkeit eines Menschen. Im Verlauf des Films erwacht beim Zuschauer nicht nur Mitleid, sondern auch ein tiefer Sinn für Rechenschaftspflicht. Obwohl das, was Merrick angetan wurde, Jahrhunderte zurückliegt, gehören Ausgrenzung, Stigmatisierung und die Tendenz, Menschen zu objektivieren, nicht der fernen Vergangenheit an. Lynch überlässt diese universelle Befragung dem Publikum, ohne einen didaktischen Ton aufzudrängen oder zu verwenden. Wann wird ein Mensch wirklich gesehen? Ist Mitgefühl ein Privileg oder das grundlegendste Recht? Der Elefantenmann gibt sich nicht damit zufrieden, diese Fragen zu stellen; sucht nach Antworten im Gewissen des Betrachters. Was zurückbleibt, wenn sich der Vorhang endlich schließt, ist ein Schock, der sich auf lange Zeit nicht mehr auslöschen lässt.
Brooksfi...
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Häufig Gestellte Fragen
Der Elefantenmensch wurde im Jahr 1980 veröffentlicht.
Der Elefantenmensch hat eine Laufzeit von 2 Std 5 Min (125 Minuten).
Der Elefantenmensch gehört zu den folgenden Genres: Drama, Historie.
Der Elefantenmensch hat eine Bewertung von 8.0/10 bei 3.951 Stimmen auf TMDB.
In Deutschland ist Der Elefantenmensch verfügbar auf: MUBI, MUBI Amazon Channel, Amazon Arthaus Channel, Arthaus+ Apple TV channel, Arthaus+.