Komm und sieh
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Unter den Werken, die die Grenzen des Kriegskinos sprengen, gibt es solche Filme, bei denen man nach dem Ansehen nicht mehr in diesen Film eintauchen möchte; denn da rauszukommen ist schon eine Anstrengung für sich geworden. Elem Klimovs sowjetischer Film von 1985 bietet genau ein solches Erlebnis. Diese Erzählung, die aus den Tiefen des Weißrusslands aufsteigt, abstrahiert den Zweiten Weltkrieg vollständig von den üblichen Heldengeschichten und bringt ihn mit seiner rohen und brutalen Realität auf die Leinwand. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleiner weißrussischer Junge. Dieser junge Mann, der sich mit kindlicher Begeisterung in den Krieg einmischte, findet sich bald auf einer der dunkelsten Seiten der Geschichte wieder. Klimov meistert die Verwandlung der Figur so meisterhaft, dass das Publikum diese Veränderung nicht nur durch die Ereignisse, sondern auch durch die Haut spürt. Jede Falte im Gesicht, jedes dunkle Licht in den Augen ist die Verkörperung der geistigen Zerstörung des Krieges. Das vorzeitige Altern, also eine aus der Zeit hinausgeschobene Reifung, ist vielleicht das markanteste Motiv dieses Films. Auch in puncto Bildsprache ist der Film außergewöhnlich. Die Kamera bleibt ständig auf dem Gesicht der Figur haften und lässt dem Betrachter kein Entkommen. Diese Wahl ist kein Zufall; Genau das ist Klimovs Absicht: Sie in den Krieg zu stürzen, seiner Stimme Gehör zu verschaffen, Ihnen Staub in die Nase zu streuen. Szenen, in denen sich Realismus und existentielles Chaos vermischen, bilden die surrealistische Dimension des Films. Dieser Surrealismus dient jedoch nicht dazu, der Realität zu entfliehen, sondern um die Wahrheit tiefer spüren zu lassen. Die Spuren, die die Brutalität der Nazis auf belarussischem Boden hinterlassen hat, tragen eine historische Erinnerung an Völkermord und Kriegsverbrechen. Während sich der Film auf diese Fakten stützt, verfällt er nie in dokumentarische Kälte; Im Gegenteil, es vermittelt mit dramatischer Kraft die Zerbrechlichkeit und das unerträgliche Gewicht der menschlichen Seele. Aleksey Kravchenkos Auftritt in der Hauptrolle gilt als einer der unvergesslichsten Auftritte in der Geschichte des Kinos; Und es ist nicht schwer zu verstehen, wenn man es sieht. Möglicherweise müssen Sie alles beiseite legen, was Sie von Kriegsfilmen erwarten. Denn dieser Film zeigt Ihnen nicht den Krieg, er zeigt Ihnen, was der Krieg mit den Menschen macht. Und dieser Unterschied verändert alles.
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Komm und sieh wurde im Jahr 1985 veröffentlicht.
Komm und sieh hat eine Laufzeit von 2 Std 26 Min (146 Minuten).
Komm und sieh gehört zu den folgenden Genres: Drama, Kriegsfilm.
Komm und sieh hat eine Bewertung von 8.2/10 bei 1.865 Stimmen auf TMDB.