Ikiru - Einmal wirklich leben
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Dreißig Jahre. Gleicher Tisch, gleiche Papiere, gleiches Siegel. Morgens kommen und abends gehen, ein ganzes Leben verschlingen, bevor es vorbei ist. Dieses Meisterwerk von Akira Kurosawa aus dem Jahr 1952 beginnt mit genau dieser Frage: Wenn ein Mensch stirbt, bevor er wirklich lebt, wann begann dieser Tod? Während die Geschichte von Herrn Watanabe auf den ersten Blick die letzten Tage eines Bürokraten zu beschreiben scheint, stellt sie tatsächlich etwas viel Universelleres und Verheerenderes in Frage. Die trostlose Bürokratiekultur der japanischen Nachkriegszeit fungiert im Film fast wie eine greifbare Figur. Menschen, die sich in Akten verirren, Verantwortungen, die sie sich gegenseitig auferlegen, Leben, die in Beamtenmustern gefangen sind ... Kurosawa enthüllt all dies sowohl mit Satire als auch mit tiefem Schmerz. Aber der eigentliche Schwerpunkt liegt woanders. Takashi Shimuras Auftritt als Watanabe gilt als einer der ruhigsten und schockierendsten Auftritte in der Kinogeschichte. Weil dieser Mann nichts Großes tut, nicht schreit, nicht rebelliert. Er merkt es einfach. Und das Licht, das dieses Bewusstsein auf sein Gesicht strahlt, zwingt den Betrachter unweigerlich dazu, sich mit seinem eigenen Leben auseinanderzusetzen. Kurosawas Erzählstruktur ist äußerst mutig. Anstatt einer linearen Chronologie zu folgen, bewegt sich der Film mit einem unerwarteten Bruch in eine andere Dimension, und dieser Übergang erzeugt beim Publikum sowohl eine formale als auch eine emotionale Schockwirkung. Bis zur zweiten Hälfte weiß das Publikum, was passiert ist, versucht aber immer noch herauszufinden, warum und wie es passiert ist. Diese Struktur macht Yaşamak weit über einen gewöhnlichen Dramafilm hinaus. Die kalte Geometrie der Schwarz-Weiß-Bilder, die verzweifelte Freude in Nachtclubs und diese berühmte Swingszene ... All das sind Bilder, die der Film noch viele Jahre im Gedächtnis hinterlässt. Kurosawa schafft hier ein visuelles Gedicht, und jedes Bild flüstert die grundlegendste Frage der menschlichen Existenz: Wenn wir wüssten, wie viel Zeit wir hätten, was würden wir heute tun? Es ist ein Film, der nicht für diejenigen gemacht wurde, die das Kino lieben, sondern für diejenigen, denen die Menschen am Herzen liegen.
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Ikiru - Einmal wirklich leben wurde im Jahr 1952 veröffentlicht.
Ikiru - Einmal wirklich leben hat eine Laufzeit von 2 Std 23 Min (143 Minuten).
Ikiru - Einmal wirklich leben gehört zu den folgenden Genres: Drama.
Ikiru - Einmal wirklich leben hat eine Bewertung von 8.3/10 bei 1.357 Stimmen auf TMDB.