Das siebente Siegel
Details

Diese Reise, die in den düsteren und von der Pest heimgesuchten Straßen des Mittelalters beginnt, wird zu einem der Werke, das nicht davor zurückschreckt, die mutigsten existenziellen Fragen in der Geschichte des Kinos zu stellen. Im Jahr 1957 sprengte Ingmar Bergman die Grenzen des schwedischen Kinos und stieß einen universellen Schrei aus: „Wo ist Gott?“ Gibt es etwas, das angesichts des Todes eine Bedeutung hat? Der Showdown eines Ritters, der erschöpft und treulos von den Kreuzzügen zurückkehrt und am Schachbrett stirbt, ist nicht nur eine Szene im Film; Es kann als Metapher für den Existenzkampf der gesamten Menschheit gelesen werden. Bergman verleiht dieser Allegorie einen so scharfen Realismus, dass der Betrachter vor diesem Brett sitzt. Das Spiel wird nicht nur gespielt, um zu überleben, sondern auch, um nach einem Sinn zu suchen. Diese subtile Unterscheidung bestimmt den Geist des Films. Die Kamera schöpft die Möglichkeiten von Schwarzweiß in jedem Bild voll aus. Die Kinematographie mit der stillen Auseinandersetzung zwischen Licht und Schatten macht die Figur des Todes durch ihre Präsenz bedrückend und offenbart gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der Welt um sie herum. Die Clowns, denen der Ritter unterwegs begegnet, eine junge Frau, die beschuldigt wird, eine Hexe zu sein, Menschen, die versuchen zu glauben oder alles aufgegeben haben; Sie alle sind wie unterschiedliche Gesichter dieser großartigen Frage. Max von Sydows Interpretation des Ritters lässt Sie die Last, die er trägt, eher im Körper als in Worten spüren. Er ist sowohl müde als auch ausdauernd; Er ist sowohl ein Ungläubiger als auch ein großer Wunsch zu glauben. Bengt Ekerots Darstellung des Todes ging als eine der denkwürdigsten Interpretationen dieser Rolle im Kino in die Geschichte ein. Nicht mit seiner Kälte; Er sorgt mit seiner Ruhe und manchmal sogar mit seiner seltsamen Eleganz für Gänsehaut. Bergman antwortet hier nicht. Es bringt das Schweigen Gottes, die Unvermeidlichkeit des Todes und die Tatsache, dass die Suche nach einem Sinn oft unerwidert bleibt, auf die Leinwand. Aber genau das ist der Grund, warum der Film nicht aus dem Rahmen fällt; Im Gegenteil, es hinterlässt eine eigene Frage im Kopf des Betrachters. Diese Geschichte, die in den von der Pest heimgesuchten Straßen vor Jahrhunderten spielt, ist auch heute noch von derselben Dringlichkeit; Denn die Sinnfrage bleibt eine Frage, die nie aus der Mode kommt.
SE

SF Studi...

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Autoren & Regisseure
Bewertungen
Kalla Malla
09 Haziran 2013
/10
Der Ritter Antonius Block (Max von Sydow) kehrt mit seinem treuen Vasallen Jöns (Gunnar Björnstrand) nach einem zehnjährigen Kreuzzug vollkommen desillusioniert in seine Heimat zurück. Wie kann er noch an Gott glauben, wenn dieser kein Zeichen seiner Existenz gibt und die Menschheit, die unter der Pest leidet und sich in endlosen Kriegen selbst dezimiert, so allein lässt? Da taucht plötzlich der Tod (Bengt Ekerot) höchstpersönlich auf, um ihn zu holen. Doch Block will wenigstens noch eine gute T...
at in seinem Leben verbringen, etwas, das ihm beweisen soll, dass die menschliche Existenz einen Sinn hat. Um also etwas Zeit zu gewinnen, schlägt er dem Tod eine Schachpartie um sein Leben vor... Es gibt nur wenig Filme, die unantastbar sind, egal ob man sie mag oder nicht, aber Ingmar Bergmans existenzialistisches Meisterwerk »Das siebente Siegel« aus dem Jahr 1957 ist einer von ihnen. »Das siebente Siegel« ist große anerkannte Filmkunst, ein Werk von unvergleichlicher Schönheit und Klarheit. Bergman geht hier Fragen nach, die andere nicht einmal zu stellen wagen und fordert den Zuschauer in jeder Minute. Glaube und Religion, Leben und Tod, Schicksal und Selbstbestimmung sind die Themen. Gibt es eine Macht, die uns beschützen kann, oder ist die Menschheit auf sich selbst gestellt und somit ihrem Untergang geweiht? Kann man den Tod überlisten, oder ist der Zeitpunkt unseres Ablebens vorbestimmt? Wie soll man Gott in allem Unheil erkennen? Bergman zeichnet ein grausames, nachtschwarzes Bild vom Mittelalter jenseits jeder Verklärung. Die Kamera schafft Bilder von expressionistischer Schönheit und Wucht, packende Landschafts- und Tieraufnahmen korrespondieren mit klaustrophobischen Innenräumen. Max von Sydow bietet eine Meisterleistung als innerlich zerrissener Kreuzritter, der seinen Glauben an die Existenz Gottes verliert, während um ihn herum der Tod wütet. Er begegnet während des Spiels weiteren Menschen, die jeweils unterschiedlich mit den Fragen des Lebens umgehen. Er sieht Unschuld, Zuneigung und Liebe, aber auch Ketzerei, Folter, Schreckensbilder. Trotz gelegentlicher Anflüge schwarzen Humors (der Tod unterbricht das Schachspiel, weil er »Arbeit« hat - der schlichte Jof fragt den Tod naiv, ob es keine Sonderregelung für Schauspieler gebe) ist »Das siebente Siegel« eines der düstersten, abgründigsten und vielschichtigsten Werke aller Zeiten und ohne Frage ein Film, den man gesehen haben muss, wenn man sich Cineast nennen möchte.
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Häufig Gestellte Fragen
Das siebente Siegel wurde im Jahr 1957 veröffentlicht.
Das siebente Siegel hat eine Laufzeit von 1 Std 32 Min (92 Minuten).
Das siebente Siegel gehört zu den folgenden Genres: Fantasy, Drama.
Das siebente Siegel hat eine Bewertung von 8.1/10 bei 3.367 Stimmen auf TMDB.
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