Fahrraddiebe
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Das Rom der 1940er Jahre, als die Verwüstungen des Krieges noch frisch waren, verwandelt sich in Vittorio De Sicas Kamera in eine kalte und grausame Realität. Bicycle Thieves gilt als eines der unbestrittenen Meisterwerke des italienischen Neorealismus und gab dem Kino eine völlig andere Sprache, indem er gewöhnliche Menschen anstelle professioneller Schauspieler und die Straße selbst anstelle von Studiokulissen wählte. Genau diese Wahl trägt den Film über seine Epoche hinaus und macht ihn zu einem bleibenden Dokument der Menschheit. Die Geschichte ist äußerst einfach; ein Vater, ein Sohn und ein gestohlenes Fahrrad. Aber De Sica baut auf diesem einfachen Grundgerüst so vielschichtige Schichten auf, dass einem beim Zuschauen klar wird, dass man nicht nur ein Familiendrama sieht, sondern das Porträt einer ganzen Gesellschaft. Die Verzweiflung eines Vaters, der lange nach einem Job sucht, schließlich einen Ast findet, an dem er sich festhalten kann, und der sieht, wie ihm dieser Ast am ersten Tag aus den Händen rutscht, hat eine universelle Bedeutung. Denn hier werden nicht nur Fahrräder gestohlen; Die Ehre eines Mannes und der letzte Rest seiner Träume begleiten ihn. Die Beziehung zwischen Lamberto Maggiorani und dem kleinen Enzo Staiola ist das Herzstück des Films. Diese langen Szenen, in denen Vater und Sohn durch die Straßen Roms gehen, beinhalten eine wortlose, aber tiefe Kommunikation. Das Verständnis in den Augen des Kindes und das unerschütterliche Vertrauen, das es seinem Vater entgegenbringt, berühren und hinterfragen das Publikum gleichermaßen. Wie fragil erscheint die Welt der Erwachsenen, wenn man sie mit den Augen eines Kindes betrachtet? De Sica scheut keine moralischen Dilemmata. Seien Sie auf Momente vorbereitet, die das Publikum verstören und es in den späteren Teilen des Films sogar zu einem Urteil zwingen werden. Ein Werk, in dem Gut und Böse so eng miteinander verflochten waren und das sich so kühn mit den sozialen Wurzeln des Verbrechens befasste, war für die damalige Zeit revolutionär. Die Tatsache, dass es auch heute noch gültig ist, ist ein Beweis für die meisterhafte Handschrift von De Sica. Die düstere Atmosphäre, die durch Schwarz-Weiß-Bilder entsteht, macht den Film nicht zu einem nostalgischen Dokument; Im Gegenteil, es macht es zeitlos. Wenn Sie zusehen, wie zwei Figuren auf dem nassen Steinpflaster Roms verschwinden, werden Sie mit der grundlegendsten Kraft des Kinos konfrontiert: einen gewöhnlichen Moment unvergesslich zu machen.
IT

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Autoren & Regisseure
Bewertungen
Kalla Malla
25 Aralık 2013
/10
Antonio Ricci (Lamberto Maggiorani) lebt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Rom und ist arbeitslos. Die italienische Hauptstadt ist von den Alliierten besetzt, die Menschen sind hungrig und suchen nach Arbeit. In dieser Situation hat Antonio Glück, denn er kann sofort eine Stelle als Plakatkleber antreten, wenn er es schafft, sich ein Fahrrad anzuschaffen. Da Antonios Familie das regelmäßige Einkommen dringend braucht, machen sie alles zu Geld, was sie nicht unbedingt benötigen. Doch das G...
lück ist nur von kurzer Dauer, denn bereits an seinem ersten Arbeitstag wird ihm das unabdingbare Gefährt, mit dem er Leiter, Kleister und Plakate durch die Straßen Roms manövriert, gestohlen. Eben noch voller Hoffnung auf einen Neuanfang, steht nun das Glück der Familie auf dem Spiel. Mit dem Mut der Verzweiflung macht sich Antonio gemeinsam mit seinem Sohn Bruno (Enzo Staiola) auf die Suche nach dem Dieb seines Fahrrads. Antonio muss schließlich einsehen, dass die kriminelle Energie jener allumfassenden Not entstammt, die auch seine Familie in ihren Fängen hält. Und als er schließlich das dringend benötigte Gefährt nicht auftreiben kann, wird er selbst zum Dieb... Mit »Fahrraddiebe« (»Ladri di biciclette«) aus dem Jahr 1948 hat der italienische Regisseur und Schauspieler Vittorio de Sica eines der ganz großen Meisterwerke des italienischen Neorealismus gedreht. Kein Geringerer übrigens als der amerikanische Produzent David O. Selznick (»Vom Winde verweht«) bot De Sica seinerzeit an, den Film zu produzieren und schlug Cary Grant als Hauptdarsteller vor. Das ist eine zwar interessante, aber vollkommen absurde Idee, denn De Sicas Film und Selznicks Produktionen trennen Welten. Sinn und Zweck des italienischen Neorealismus - zu dem auch Werke wie »Bitterer Reis« oder »Rom - Offene Stadt« gehören - war es, das Leben der Arbeiterklasse nach dem Zusammenbruch des Faschismus in aller Schonungslosigkeit und ohne geheuchelte Emotionalität zu schildern. De Sica drehte wie seine Weggefährten an Originalschauplätzen mit wenig Aufwand und Laiendarstellern, um ein absolut authentisches Bild vom zerrütteten Nachkriegs-Rom zu zeichnen. Das ist ihm auf außerordentliche Weise gelungen. Der Film lebt und atmet den Geruch der Straßen und der Menschen, man ist immer dicht am Ort des Geschehens und würde zu gern eingreifen, helfen, doch man kann es nicht. Die Figuren in »Fahrraddiebe« sind keine Helden und werden nicht als solche stilisiert. Sie sind weder nobler noch stolzer als die Mächtigen, zwischen ihnen herrscht ebenso viel Neid und Missgunst wie zwischen den Klassen selbst. Sie versuchen nichts weiter als zu überleben, und für sie bedeutet der Verlust eines Fahrrads die finanzielle Katastrophe. Gerade heute ist es wichtig, sich Filme wie »Fahrraddiebe« anzusehen und einen Moment darüber nachzudenken, worüber wir uns täglich beschweren und beklagen. »Fahrraddiebe« ist darüber hinaus äußerst spannend erzählt, originell in den Einfällen und Charakterisierungen sowie thematisch vielschichtig - so werden etwa alle Möglichkeiten der Hilfe, von der Kirche über die Politik bis zu Wahrsagern, durchgespielt, und alle versagen. Im Neorealismus ist der Mensch auf sich allein gestellt, was hin und wieder zu fatalen Entscheidungen führt. Die große Kunst von De Sica ist es, in den bittersten Momenten der Figuren noch Humor zu finden, und wie nebenbei erzählt er neben seiner Handlung eine ergreifende Vater/Sohn-Geschichte. Das Ende des Films ist auf ehrliche Weise herzzerreißend und besitzt eine emotionale Kraft, die ihresgleichen sucht. Fazit: Ein wegweisender künstlerischer Repräsentant jener Zeit, mit dem sich Regisseur Vittorio De Sica (»Und dennoch leben sie«) einen Platz in den Annalen der Filmgeschichte sicherte.
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Häufig Gestellte Fragen
Fahrraddiebe wurde im Jahr 1948 veröffentlicht.
Fahrraddiebe hat eine Laufzeit von 1 Std 33 Min (93 Minuten).
Fahrraddiebe gehört zu den folgenden Genres: Drama.
Fahrraddiebe hat eine Bewertung von 8.2/10 bei 2.676 Stimmen auf TMDB.
In Deutschland ist Fahrraddiebe verfügbar auf: ARD Plus, ARD Plus Apple TV channel, ARD Plus Amazon channel , Magenta TV+, Apple TV Store.